Äußerlichkeiten als Eignungskriterien

Äußerlichkeiten als Eignungskriterien

Neulich las ich eine Meldung, die fast wie Satire klang: Ein Kriegsminister (alleine das Wort eröffnet schon das Kopfkino) möchte, dass hohe Führungskräfte künftig nicht mehr übergewichtig sein dürfen. Offenbar soll die „körperliche Erscheinung“ zum Auswahlkriterium für Eignung werden. Frauen werden dabei gleich mit in eine Schublade gepackt – natürlich im Namen der Effizienz.

Da stellt sich mir die Frage: Seit wann misst man Führungsqualität am Hüftumfang? Reicht Kompetenz, Haltung und Verantwortung also nicht? Vielleicht sind diese Qualitätskriterien überhaupt sekundär? Ist im Militär tatsächlich das Kriterium “Körperlichkeit” das Ausschlaggebende für eine KLUGE Verteidigung?

Wenn man die Welt sehr einfach denkt, mag das logisch klingen: schlank = fit = leistungsfähig. Nur leider ist Führung kein “Hau´ drauf”, sondern ein Beziehungssport. Aus meiner Sicht geht’s um Klarheit, Präsenz, Entscheidungsfähigkeit – und um Menschlichkeit. Nicht um die Zahl auf der Waage.

Vielleicht wäre es sinnvoller, die Kriterien oben in der Hierarchie zu überdenken: weniger Ego, mehr Einsicht. Weniger Show, mehr Substanz. Denn echte Eignung zeigt sich nicht im Fitnesstudio, sondern im täglichen Handeln.

Oder, um’s mit einem Lächeln zu sagen: Wer Führung auf Äußerlichkeiten reduziert, hat innerlich vermutlich schon ein paar Klio zu viel – an Vorurteilen