Europa – das Nokia der Weltpolitik?

Kennst du noch Nokia? Die mit den unzerstörbaren Handys, die gefühlt jeder hatte. Weltmarktführer. Unantastbar. Und dann – plötzlich weg. Warum? Weil sie dachten, die Zukunft sieht aus wie die Gegenwart, nur mit besserem Akku.

Wenn ich mir Europa so ansehe, kommt mir das irgendwie bekannt vor. Während in anderen Teilen der Welt KI-Systeme, Energieplattformen, E-Autos und neue Industrien entstehen, diskutieren wir hier, ob eine vegane Wurst „Wurst“ heißen darf, ob der Verschluss einer Plastikflasche zu fest sitzt und was wir mit Drohnen machen die über unseren Flughäfen kreisen.

Ich überzeichne? Vielleicht. Aber während wir noch Verordnungen feilen, verschiebt sich die Welt – leise, aber spürbar. Wir reden über Symbole, andere handeln über Substanz.

Nokia hatte damals kein Erkenntnisproblem, sondern ein Haltungsthema. Sie wussten, was kommt, aber sie glaubten nicht daran. Genau das sehe ich auch bei vielen Entscheidungsträger:innen: eine merkwürdige Mischung aus Starrheit und Regelungsfreude.

Europa könnte nicht nur mutiger sein – Europa muss mutiger sein. Mutiger in Entscheidungen, mutiger im Denken, mutiger darin, wieder an sich selbst zu glauben. Das gilt auch für unsere Führungskräfte: weniger Angst vor Fehlern, mehr Lust auf Zukunft.
Denn wer nur verwaltet, statt zu gestalten, wird irgendwann selbst verwaltet – von anderen.