Serie Mythen: "Die richtige Entscheidung"

Führungskräfte wollen sich richtig entscheiden. Die Frage ist ob das "immer" möglich ist?

In einem meiner Seminare formulierte eine Teilnehmerin ihr Ziel mit einem Satz, der mich aufhorchen ließ: „Ich möchte alle meine Entscheidungen als Führungskraft richtig fällen.“  Ich lernte sie als eine Frau kennen, die einen (enorm) hohen Anspruch an sich selbst stellt. Doch genau in diesem Satz offenbart sich eine gefährliche Falle, in die viele ambitionierte Führungskräfte tappen. Denn Hand aufs Herz: Gibt es sie wirklich, die immer richtige Entscheidung? 

Die Bürde der Fehlerlosigkeit
Der Drang nach Perfektion wird in der Führung schnell zu einer lähmenden Bürde. Er führt zu endlosem Zaudern, zu Analysen ohne Ende und im schlimmsten Fall dazu, dass gar keine Entscheidung mehr getroffen wird. Führung ist jedoch immer auch eine Reise ins Ungewisse. Es geht nicht darum, den einen perfekten Pfad zu finden, sondern den bestmöglichen Weg unter den gegebenen Umständen zu wählen – und dann mutig die Konsequenzen zu tragen. 

Mut zur “Unperfektheit”
Die wahre Meisterschaft liegt nicht in der Fehlerlosigkeit, sondern im souveränen Umgang mit der eigenen Unperfektheit. Es bedeutet anzuerkennen, dass wir schlichtweg nicht alle Variablen kontrollieren können. 

Führung braucht den Mut, trotz Unsicherheit zu handeln, Fehler als Teil des Prozesses zu akzeptieren und daraus zu lernen. Erst wenn wir das Bild der makellosen Führungskraft verabschieden und unsere eigene Unperfektheit annehmen, werden wir als Mensch greifbar und authentisch. 

Mein Fazit: Solltest du diesen Perfektionsanspruch bei dir entdecken, beginnen rasch damit, diesen Anteil auszugleichen. Wer an der Illusion der Fehlerlosigkeit festhält, wird sich dauerhaft überfordern oder schlicht an seiner Aufgabe scheitern.

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