Veränderungen initiieren!

Warum einmal gesagt noch lange nicht umgesetzt ist. Oder als Führungskraft braucht man einen langen Atem.

„Das haben wir immer schon so gemacht und das Neue geht sicher nicht!“
Eine neue Führungskraft möchte etwas verändern. Gemeinsam versucht man in einem Workshop darüber zu diskutieren, wie man das auf die Reihe bringt.
Die beiden Aussagen fielen immer wieder und sie beschreiben gut, worum es in der Führung oft geht.

Das Team hatte einiges hinter sich:
mehrere Führungswechsel in kurzer Zeit, ein halbes Jahr de facto ohne Führung und Rahmenbedingungen, die von oben anders eingeschätzt wurden, als sie im Alltag tatsächlich erlebt werden.
In solchen Phasen passiert immer das Gleiche: Das System beginnt sich selbst zu organisieren.
Über die Zeit haben sich viele kleine Eigenheiten entwickelt. Individuelle Lösungen, die im Moment geholfen haben. Und dann war da diese eine Regel – an die haben sich (fast) alle geklammert. Sie war akzeptiert, eingespielt – und gleichzeitig genau das, was verhindert hat, die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen.
Die neue Führungskraft war noch nicht lange in ihrer Rolle. Engagiert, motiviert, klar in ihrer Haltung. Und sie hat eines sehr früh erkannt:
Wenn wir das hier verändern wollen, muss diese Regel weg.
Die Reaktion? Widerstand. Und der war deutlich spürbar.

Dranbleiben, wenn es unangenehm wird
Was ich spannend fand:
Sie hat es nicht einmal gesagt, nicht zweimal. Sie hat es immer wieder angesprochen. Ruhig, klar, ohne großes Theater, aber mit Nachdruck. Sie hat ihre Gedanken ausgedrückt und den Sinn erklärt. Der Widerstand war massiv.
Viele andere hätten irgendwann nachgegeben. Hätten sich vielleicht gedacht: „Dann lassen wir es halt so laufen.“
Sie ist drangeblieben.
Mit jeder Wiederholung wurde klarer, dass es ihr ernst ist. Mit jeder Aussage wurde die Richtung eindeutiger. Und vor allem: Ihre Präsenz hat dazu gepasst.
Irgendwann ist etwas gekippt. Der Widerstand wurde weniger. Verständnis kam dazu.

Mein Fazit
Veränderungen zu initiieren ist kein einmaliger Akt. Es ist ein Prozess.
Und Führung zeigt sich genau dort: beim Dranbleiben.
Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern konsequent.
Das braucht es, damit aus Widerstand Bewegung wird.